Maya

„Das Leben und eine Katze – das ergibt eine unglaubliche Summe!“ (Rainer Maria Rilke)

Endlich frei!

Maya heute

Maya heute: sie genießt ihr freies Leben und ist unsere heimliche Chefin

Maya (*15.05.1998) lernte ich 2004 kennen, als ich noch als Tierarzthelferin gearbeitet habe. Sie wurde vom Tierheim in die Praxis gebracht und litt an einer hochgradigen Darmentzündung aufgrund unendlichen Kummers.

Maya schrie Tag und Nacht vor Schmerzen.

Ihr massiv entzündeter Enddarm fiel immer wieder vor, sie fraß tagelang nicht und wollte nur noch sterben. Mit einer aufwendigen und langen Behandlung konnte ihr Zustand gebessert und sie wieder in´s Tierheim entlassen werden – nach wenigen Tagen wurde sie  jedoch mit denselben heftigen Beschwerden wieder in die Praxis gebracht.

Maya litt entsetzlich! Ich konnte es kaum ertragen, das mitanzusehen und hätte irgendwann beinahe meinen Chef angeschrien, er solle doch dieses arme Tier endlich von seinen Qualen erlösen. Doch wieder geschah ein Wunder:

Sie schaffte es ein zweites Mal!

Maya blieb noch einige Wochen stationär, da sie nicht wieder in´s Tierheim zurückkehren sollte. In meinen Mittagspausen ließ ich sie jeden Tag frei durch die Räume laufen.

Sie genoß es, vom Fensterbrett aus nach draußen zu sehen. Ihre Augen waren voller Sehnsucht.

Damals hatte ich noch keine Möglichkeit, eine Freigängerkatze zu halten, versprach ihr jedoch, sie zu mir zu nehmen, sobald es meine Wohnsituation erlaubte.

Maya wurde zunächst in eine Pflegestelle vermittelt. Dort fühlte sie sich wohl und verliebte sich unsterblich in den hauseigenen Kater Carlo. Die beiden waren unzertrennlich.  Leider bestand Carlos Herrchen darauf, daß Maya nicht auf Dauer bleiben sollte und setzte das Tierheim stark unter Druck.

Glücklicherweise war ich in der Zwischenzeit umgezogen und fragte bei den Tierheim-Mitarbeitern nach, wie es Maya denn so ergangen sei.

Die Nachricht, die ich erhielt, schockte mich derart, daß ich nicht lange zögerte und mein Versprechen einlöste: ich holte die Katze zu mir.

Maya litt in den ersten Tagen unendlich unter der Trennung von Carlo und mußte sich zu allem Übel gleichzeitig an meinen Hund gewöhnen. Doch auch diese Prüfung bestand sie dank homöopathischer Unterstützung mit Bravour.

Heute, nun 14 Jahre alt, erfreut sie sich immer noch bester Gesundheit, und kaum ein Mäuschen ist vor ihr sicher. Inzwischen schläft sie mit Lea gemeinsam auf dem Bett, teilt sich mit Bruno das Sofa und macht sich einen Spaß daraus, die Hunde zum Spielen herauszufordern, um sich dann kurzfristig auf ihren Lieblingsplatz in 2 Metern Höhe zurückzuziehen.

An manchen Tagen öffne ich ihr 20 Mal die Tür, damit sie herausgehen oder hineinkommen kann. Aber ganz ehrlich: ich bin gern ihr Portier, und ohne Maya würde mir einiges fehlen!

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